plejaden

Und sie bewegt sich doch

Verfasst von plejaden am 16. Oktober 2009

In den letzten Wochen schien es, als würde der Protest gegen das Regime im Iran und vor allem gegen die Regierung Ahmadinejad’s erliegen.
In Europa hatte man – aufgrund der fehlenden Berichterstattung – sogar den Eindruck, als wäre alles wieder beim alten.
Die Menschen haben aber ihre Angst vor dem Regime verloren und vor allem ist ihnen der Geduldsfaden gerissen.
Jede Veranstaltung, jedes Konzert, ja selbst ein Fussballspiel wird zu einer politischen Kundgebung. Die sog. “Sicherheitskräfte” drohen schon Tage und Wochen vorher, dass “keine politischen Zur-Schau-Stellungen” geduldet würden etc.

Zuletzt haben, wie berichtet, die Menschen eine außenpolitische Veranstaltung des Regimes (den “Qods-Tag”) genutzt, um gegen das Regime zu protestieren.
Es kann aber noch sehr lange dauern, bis ein Regimewechsel oder auch nur ein Kurswechsel erreicht wird, da dieser Protest, wie wohl die Protestierenden sich den alten Parolen bedienen und diese adaptieren, sich zumindest in einem Punkt grundlegend von den Protesten, die zu der Revolution 1979 geführt haben, unterscheiden, nämlich in der islamischen Tradition der Märtyrer.
Ein Teil jener Demonstranten, die 1979 gegen den Schah auf die Straße gingen, waren darauf vorbereitet, ja teilweise erpicht, den Märtyrertod zu sterben. Die Demonstranten Heute erwarten sich ein besseres Leben.

Leider greift aber noch das Regime, wie in jeder Diktatur, hart durch. Es wurden gegen einige verhaftete Demonstranten nach Schauprozessen in stalinistischer Manier bereits Todesurteile ausgesprochen.
(Im lfd. Jahr wurden insgesamt 339 Todesurteile ausgesprochen und vollstreckt und zwar wegen verschiedene Delikte, sowohl politischer als auch unpolitischer Art)

Selbst im Ausland versucht das verbrecherische Regime im Iran die Regimegegner mundtot zu machen.
Das ARD-Magazin “Panorama” berichtet, dass die Demonstrationsteilnehmer in Deutschland laut Verfassungsschutz “eingeschüchtert und bedroht” würden.

Drohanrufe, Observation von Protestveranstaltungen, Unterwanderung von Oppositionsgruppen und Schikanen bis hin zu Festnahmen bei Verwandtschaftsbesuchen im Iran gehören demnach zu den gängigen Methoden des Geheimdienstes.

Hierzu passt auch der Spiegel-Bericht: Verfassungsschutz warnt vor Irans Geheimdienst

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